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Rio ist für die meisten Urlauber das Tor zu Brasilien. Von hier starten sie ihre Reise durch das Land. Doch zuerst wird das zweite Sinnbild Rios bezwungen: der Zuckerhut. Eine Seilbahn schaukelt die steile Felswand hoch - 395 Meter bis zur Spitze. Ein absolutes Muß eines jeden Aufenthalts im Mekka des Karnelvals ist der Besuch einer Sambaschule. Dröhnende Musik, ekstatischer Tanz und schweißnasse Leiber drücken südamerikanische Lebensfreude so unmittelbar aus wie nirgendwo sonst.

Dreh- und Angelpunkt für eine Bootsfahrt auf dem Amazonas ist Manaus. Die Stadt mit dem weltberühmten Opernhaus liegt direkt am Zusammenfluß von Amazonas und Rio Negro. Auf den organisierten Touren durch den Regenwald sind in den Indiosiedlungen Eingeborene mit bemalten Gesichtern und Baströckchen beliebte Fotomotive.

Von Manaus fliegt man in gut zwei Stunden nach Brasilia. Höhepunkt der 1960 eingeweihten Hauptstadt sind der Beton- und Glas-Palast des Aussenministeriums und die Kathedrale, unter deren riesiger Glaskuppel mehr als 3000 Menschen Platz finden. Für den einen ist die auf dem Reißbrett geplante Stadt eine Art Geniestreich, für den anderen eine Horrorvorstellung.

Ein Juwel aus der Kolonialzeit ist dagegen die Goldgräberstadt Ouro Preto. Zwischen prunkvollen barocken Häusern und Kirchen bieten Souvenierläden Gold und Edelsteine (Amethyst, Turmalin, Aquamarin, Topas) zu günstigen preisen an.

Das Pantanal von Mato Grosso an den Grenzen zu Bolivien und Paraguay ist ein unberührtes Tierparadies. Marabus, Papageien, Tukane und fast alle Arten der in Brasilien beheimaten Kolibris (z.B. Beija Flor) sind hier zu Hause. Ein gigantisches Erlebnis sind die Wasserfälle von Iguassu ein Stück weiter im Süden. In etwa 275 Kaskaden stürzt der Urwaldfluß Iguassu mit einem Höllenlärm etwa 80 Meter in die Tiefe - ringsherum schillern Regenbögen, dies ist ein Anblick den jeder zumindest einmal im Leben sehen sollte.

Ebenfalls sehenswert: ein Abstecher in das wunderschöne Salvador da Bahia, einstiges Zucker- und Tabakimperium nun ein herrlicher Ort um den Urlaub zu verbringen. Sonnenanbeter finden im Nordwesten Brasiliens an den Küsten bei Fortaleza, Natal bis Maceio unter Palmenhainen idyllische Traumstrände und romantische Fischerdörfer.

Es ist unmöglich Brasilien in einen einzigen Bericht zu beschreiben, ein Land das die größe Europas hat, ein Land in dem die meisten Menschen eher von heute auf morgen leben, ein Land das voller Lebensenergie und besonderer Ausstrahlung ist, und deren Bevölkerung oft und von vielen Ausländern missverstanden wird. Wir von Brazil-Club Team werden hier für euch laufend aus Stadt + Land berichten.

Brasilien ist mit 8,5 Millionen km² das größte Land Lateinamerikas. Die Bundesrepublik hätte 23 Mal auf dem Staatsgebiet Platz. Neben dem weltweit größten Anteil an tropischen Regenwäldern im Norden umfasst das Land Halbwüsten im Nordosten, savannenartige "Cerrados" im Zentrum, das Feuchtgebiet Pantanal im Westen, Reste von Küstenregenwäldern im Osten und subtropische Ackerbaugebiete und Grasländer im Süden.

Eine multikulturelle Gesellschaft besiedelt das Land. Dominant ist die weiße und gemischte portugiesisch- brasilianische Gesellschaft, gefolgt von der schwarzen Bevölkerung, die ihren Ursprung in millionenfach eingeführten Sklaven hat. Bis heute sind die Schwarzen einer sozialen Apartheid ausgesetzt. Bevor die europäischen Eroberer im Jahr 1500 mit dem Völkermord an den Ureinwohner begannen, lebten rund sieben Millionen Indios auf dem heutigen Staatsgebiet. Ihre Nachkommen zählen heute nur noch ca. 300.000.

Die Portugiesen und Spanier konnten im Vertrag von Tordesilhas im Juni 1494 ihren Gebietsinteressen freien Lauf lassen und teilten sich den Norden Brasiliens auf. Sukzessiv breiteten sich die portugisischen und spanischen Eroberer mittels Brutalität über das Land aus.

In der neuen spanischen bzw. portugiesischen Kolonie wurde der Zuckerrohranbau vorangetrieben, nachdem das italienische Zuckermonopol zusammengebrochen war. Der Aufbau einer Zuckermonokultur wurde auf der Basis von Sklavenarbeit vollbracht. Später kam zum Zuckerrohr noch Baumwolle und im weiteren Verlauf auch Kaffee dazu. Auch eine Ära des Goldrausches erlebte Brasilien.

Im Jahre 1888, fast 80 Jahre später als in den anderen lateinamerikanischen Ländern, wurde unter Kaiser Pedro II. die Akte zur Sklavenbefreiung unterschrieben. Die Abschaffung der Sklaverei nahmen ein Jahr später die Republikaner zum Anlass, Pedro II. zu stürzen. Sie errichteten die "Erste Republik", die von 1889 bis 1930 dauerte. Diese Zeit war voller Widersprüche. Die Regierung bewegte sich ständig zwischen Demokratie und Oligarchie.

Nach jahrhundertelanger Kolonialzeit erlebte Brasilien erst um 1900 die eigentliche Industrialisierung. Die Zentren waren vor allem im Süden Brasiliens, in São Paulo und Rio de Janeiro.

Brasiliens Wirtschaft wurde nur von ausländischen Investoren getragen und schlitterte direkt in die Weltwirtschaftskrise 1929 hinein. Diese Situation begünstigte die Entstehung des Nationalismus. Direkt nach seiner Wahlniederlage im Jahre 1930 putschte sich Getúlio Vargas mit Gewalt an die Macht und beendete die erste Phase der Demokratie. Er war wie viele Politiker seiner Zeit fasziniert vom Erfolg Mussolinis. Er sah die alte brasilianische Demokratie als Privilegierung der Reichen an. Er hingegen wollte durch den Putsch dem Land zu einer gerechten und eigenständigen Entwicklung verhelfen. Vargas versuchte, Brasilien von dem stark außengerichteten, exportabhängigen Denken wegzubringen und eine Entwicklung von innen nach außen zu schaffen. Im Vergleich zu anderen Ländern stand Brasilien zwischen den zwei Weltkriegen wirtschaftlich besser da. Dennoch verlief die Konjunktur schleppend und Brasilien wurde während des zweiten Weltkrieges ein nationalistisch, importsubstituiertes, industrialisiertes Land, dass durch vermehrte Exporte und verminderte Importe Devisen anhäufte. Diese Devisen konnten nach dem Krieg für Anlagen und Maschinen verwendet werden.

1945 wurde Vargas durch einen Militärputsch gestürzt, der von den USA begrüsst wurde. Brasilien sollte insgesamt 20 Jahre lang eine Diktatur durchleben. Seit Oktober 1994 ist Dr. Fernando Henrique Cardoso von der Partido da Social Democracia Brasileira (PDSD) an der Regierung. Er war Soziologieprofessor, der während der Militärdiktatur im Exil lebte. 1980 war er Mitbegründer der Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), die später mit anderen Parteien zusammen ging, und später der oben genannten PDSD. Diese Partei gilt als linkszentriert und gelang durch Korruptionsskandale in Verruf. Cardoso machte sich zuvor als Finanzminister einen Namen. Sein erfolgreiches Antiinflationsprogramm "Plano Real" brachte durch eine Währungsreform die Inflationsrate innerhalb von 30 Tagen von 50% auf 1,5%. Er tritt des weiteren für eine umfassende Wirtschafts- und Verwaltungsreform ein. Cardoso wurde im Oktober 1998 wiedergewählt. 2002 wird jedoch ein neuer Präsident gewählt, da Cardoso kein drittes mal Antreten kann, werden die kommenden Präsidentschaftswahlen für viele Brasilianer und auch für das Ausland von enormer bedeutung sein.

Schätzungen zufolge zählte Brasilien 1998 165,851 Millionen Einwohner und ist somit das bevölkerungsreichste Land Südamerikas. Das Bevölkerungswachstum konnte in den 90er Jahren auf 1,7% pro Jahr reduziert werden. Die brasilianische Bevölkerung ist sehr ungleich über das Land verteilt. So leben ¾ aller Brasilianer in den Städten, die sich fast alle an den Küsten befinden (Millionenstädte). Das Ausmaß für die Umwelt ist immens.

Historisch bedingt setzt sich die brasilianische Bevölkerung aus einer Vielzahl von verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen: 40% bis 50% sind Weiße, 30 bis 40% sind Mulatten und Mestizen, der Anteil der schwarzen Bevölkerung wird auf 5% bis 15% geschätzt. Des weiteren gibt es noch 1 Millionen Brasilianer, die japanischer Abstammung sind. Der Anteil der indigenen Bevölkerung ist auf ca. 300.000 Menschen geschrumpft. Die offizielle Landessprache ist Portugiesisch mit brasilianischen Eigenarten, daneben gibt es etwa 150 verschieden Indianische-Dialekte.

80% der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen und etwa 12% zum protestantischen Glauben, dieser hat in den letzten Jahren durch die zunehmende Kriminalität an Gläubigen gewonnen. Des Weiteren gibt es verschiedene indianische Naturreligionen und afrobrasilianische Kulte (Candomblé).

Weitere Infos unter: http://www.embratur.gov.br


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