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Nelson Pereira dos Santos

Nelson Pereira dos SantosNelson Pereira dos Santos wurde 1928 in São Paulo geboren, besuchte dort die Schule und die Universität (Jurastudium mit Abschluss), aber seit Anfang der 50er Jahre lebte er bereits in Rio de Janeiro, der faszinierenden Stadt, die er in seinen beiden ersten Spielfilmen, Rio, 40 graus (1955) und Rio, zona norte (1957), zu erfassen und zu erobern versuchte. Der erste Film wurde jedoch als imageschädigend vom Polizeichef verboten (er spiele vorwiegend in einer Favela und in Rio werde es nie 40 Grad heiss). Dieser Film durfte nach einigen Monaten Sperre dann doch gezeigt werden, aber nur mit anfänglichem Publikumserfolg; der zweite, Rio, zona norte, lockte auch kein grosses Publikum an, denn dieses bevorzugte die glamourösen Produktionen aus Hollywood.

Rio, 40 graus kam unter schwierigsten persönlichen und finanziellen Umständen zustande und gilt heute in Brasilien als erster Film des später so genannten Cinema Novo, damals wurde darin vor allem eine brasilianische Variante des italienischen Neo-Realismus à la Sica gesehen. (Nelson Pereira dos Santos´ Mutter war Tochter italienischer Einwanderer, sein Vater Brasilianer aus dem Hinterland von São Paulo). Auf der Suche nach einer eigenen brasilianischen Filmsprache gelang Nelson Pereira dos Santos – über den Umweg mit Mandacuru vermelho (1961) und nach Boca de Ouro (basierend auf dem Theaterstück von Nelson Rodrigues, Thema: jogo do bicho in Rio, 1962) – doch noch der grosse brasilianische und internationale Durchbruch mit Vidas Secas (1963). Er hatte 1961 die Dreharbeiten zu der Verfilmung von Graciliano Ramos’ kleinem poetischen Werk Vidas Secas (dt. Nach Eden ist es weit, - revisionsbedürftige - Übersetzung des Buches von Willy Keller, Rio de Janeiro), das vorwiegend aus einer Sequenz isolierter innerer Monologe einer einfachen Landarbeiterfamilie besteht (Vater, Mutter, zwei kleine Söhne und ihr Hund Baleia, dem ein ergreifender innerer Sterbe-Monolog gewidmet ist) verschieben müssen, weil es entgegen dem Drehbuch in Bahia ständig regnete und die Filmleute scherzend von "Vidas molhadas" sprachen.

Die überaus schwierige Umsetzung dieses Werkes von Graciliano Ramos (heute Pflichtlektüre) in das Medium Film gelang Nelson Pereira dos Santos weniger durch die künstlich hergestellte lineare Erzählung der Geschichte der Vertreibung, der Hoffnung auf neues Leben durch Arbeit und die erneute Vertreibung durch die Dürre und die Herrschaft der (weissen) Landbesitzer als vielmehr durch eine neue, gewissermassen rohe Filmtechnik: er drehte ohne Filter, wodurch man die sengende Hitze zu spüren scheint, ohne musikalische Untermalung, nur mit diegetischer Musik (das pfeifende Geräusch des Ochsenkarrens als Refrain, örtliche Musikkapellen - man hört also nur Musik, wenn Musik gemacht wird), er zeigte einen langsamen, fast natürlichen Lebensrhythmus der Personen, ihre quasi-realistische Sprache oder ihre Sprachlosigkeit, ihr Sprachunvermögen, die karge Natur, die grausamen Menschen, das dürre, aber bis zuletzt vitale Vieh, die trügerische Hoffnung auf ein besseres Leben wenigstens für die Kinder in der Stadt.

Dieser Film war Brasiliens Beitrag zu den Filmfestspielen in Cannes 1963, fand dort starke Beachtung und begründete Nelson Pereira dos Santos’ internationalen Ruf als originellen Filmemacher, dessen Produktionen immer wieder zu bekannten Festivals eingeladen werden. Nelson Pereira dos Santos gehört zu einem der grössten des brasilianischen Films.


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