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» Das war eine lange Nacht
In Axixá, das liegt in der Nähe von São Luis, verbrachte ich mal ein paar Wochen.
Ein wunderschönes Nest, wo nichts los ist.
Durch eine Bekannte fand ich eine Bleibe, das war ein Anbau der Hütte, der für die Ferkel gedacht war.
Ich vertrug mich sofort mit den Mitbewohnern.
Die Gastfamilie bedauerte meinen Hängemattenschlafplatz, aber die Hütte war eindeutig zu klein.
Am Dorfplatz wurden abends überwiegend Grusel- und Geistergeschichten erzählt.
U.A. wurde auch erzählt, dass der Friedhof nachts tabu ist, da wimmelt es von Geistern.
Ich fühlte mich dort pudelwohl und genoss es, am Dorfleben teilnehmen zu können.
Dann kam ein Fest, das mir eine lange Nacht bereitete.
Am Dorfplatz floss viel Schnaps, die Stimmung war toll, veränderte sich jedoch mit Zunahme der Schnapsmengen.
Plötzlich hörte ich, wie einige sagten, dass der Gringo hier nicht hergehört.
Ich sah ein paar agressive Augenpaare, auf mich gerichtet und dachte mir, hoppla, die netten Leute sind plötzlich ganz anders.
Nichts wie weg, aber wohin?
Zu meinen Zimmergenossen wollte ich nicht, da wäre ich ein leichtes Opfer gewesen, denn alle kannten meine Herberge.
Ich erinnerte mich an die Gruselgeschichten und gab Fersengeld zum Friedhof, der ca. 1km weg vom Dorf im Wald war.
Durch ausgiebige Spaziergänge kannte ich den Weg.
Das war eine lange Nacht !
Der Wald lebt sowieso, speziell nachts,aber mit Angst, Todesangst, ist er noch schlimmer.
Bei jedem Geräusch vermutete ich meinen Mörder und Geräusche gibt es genug.
Vor den Erdhügelchen der Verstorbenen hatte ich weniger Angst, das fand ich eher interessant.
Statt einem Kreuz steckte machmal eine Bierflasche drauf, auch Schnapsflaschen waren zu sehen.
Scheinbar sollte das an die Todesursache erinnern.
Trotzdem, ich traute mich kaum zu atmen, geschweige denn, zu pinkeln, obwohl ich mir am liebsten vor Angst in die Hosen gemacht hätte.
Kurz gesagt, es war grausam und mit Sicherheit eine meiner längsten Nächte im Leben.
Als es endlich hell wurde, schlich ich mich zu meiner Gastfamilie zurück.
Die waren heilfroh, mich zu sehen, wobei der Gastgeber mich nicht mehr sehen konnte.
Er gehörte zu den 3 oder 4 Opfern, die in dieser Nacht abgestochen wurden. Sehr traurig verliess dieses nette Dorf, aber auf solche Festrituale kann ich herzlichst verzichten.
Titus, o presidente, keine Angst, einige Freunde waren mit mir unterwegs, selbst im tiefsten Wald.
Alle kamen heil zurück, aber ausserhalb vom 5 Sterne Hotel ist das Leben etwas anders.
eingesandt von Neto
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