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» So macht das Leben Spass
Ich freue mich jeden Tag auf´s Aufwachen.
Neuer Tag, der nie wieder kommt, kleiner Erguss, der den Körper in Schwung bringt, Tässchen Kaffee und ab in´s Arbeitsleben.
Es gibt jedoch Tage, die fangen grausam an.
Brummschädel, irgend ein Bier war wohl schlecht, umarmt von derselben Frau.
Beim Pinkelgang die Sicht auf Nudeln, neben der Schüssel, die scheinbar am Vortag von mir verzehrt wurden und nicht den normalen Verdauugsweg fanden,
der Blick in den Kühlschrank, gierig nach einem Ausnüchterungstropfen, aber der Vortagszustand kaufte ein 12 Pack Kronenbier, alkoholfrei.
Also ab in´s Schwimmbad, der Kopf muss klar werden. Danach eine Kleinstruhephase in der Hängematte, da kam er, der langersehnte Kuss.
Die Zunge, seltsam gross, wie ein Waschlappen, logisch, der Hund suchte Zärtlichkeiten. Ab zur Dusche, kein Wasser. Ein Kurzschluss brachte die Elektrik zum erliegen, incl Wasserpumpe.
Pumpe ausbauen, Geld holen in Guarajuaba und die Pumpe beim Pumpenprofi lassen.
Siehe da, kein System, ab nach Praia do Forte, kein System.
Ab nach hause, langes Gesicht der Frau, die mich umarmt hatte. Angeblich hätte ich geküsst, wo nicht ihre Lippen im Spiel waren.
Ein Gespräch mit dem Papagei brachte auch nichts, der will immer meine Fingernägel hochklappen, das macht mir keinen Spass.
Wahrheit, oder Lüge, gibt es solche Tage?
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Neulich am Fluss ankerte ein gelber Fischkutter, ein echter Veteran, frisch restauriert.
Das sah herrlich aus, Fluss, Kutter, dahinter der Wald.
Dann kam der Hit:
Ein dicker Regenbogen machte sich genau hinter dem Kutter breit. Ein Bild für Götter!
Irgendwo hatte ich mal geschrieben, dass eine Vogelspinne auf dem Weg nach Camçari über die Strasse lief, die ich anfangs für eine Krabbe hielt.
Neulich fuhr ich von Camaçari zurück und siehe da, an derselben Stelle kreuzte das Tierchen die Strasse wieder, diesmal von links nach rechts.
Das sind wunderbare Augenblicke im Leben.
Onkel Dú hatte auch ein tolles Leben.
In Jacuipe galt er als Bild Zeitung, wusste alles über jeden. Manchmal dachte ich, er ist an mehreren Orten gleichzeitig.
Egal wo ich war, Onkel Dú war auch da.
Viele Frauen und unkontrollierter Alkoholgenuss hatten ihn neulich weggerafft. Innerhalb von 6 Wochen reduzierte sich sein Gewicht auf ca. 30!!!!kg.
Einen Tag vor seiner letzten Reise besuchte ich ihn nochmals.
Seine Augen waren klar, der Versuch zu Lächeln war erkennbar und er winkte mir noch zu.
Wie er das schaffte, weiss ich nicht, denn am Arm waren keine Muskeln mehr.
Seine Frau sagte mir am nächstem Tag, dass er aufgehört hat, zu schnarchen.
Zudem sagte sie wortwörtlich: ´Er hatte viel Spass im Leben´.
Der Sarg war schwerer als Onkel Dú.
63 Jahre hatte er Spass am Leben, Onkel Dú werde ich nie vergessen.
Trotz einiger Hürden, den Spass am Leben dürfen wir nicht verlieren und ein würdiger Abschied, wie von Onkel Dú, ist ein göttlicher Abschied.
Ich freue mich jeden Tag, wenn die Telefonleitung über Nacht nicht wieder kilometerweise von der Strasse abgespult wurde und das Auto auf Anhieb anspringt.
Innerhalb 3 Tagen habe ich eine Fastperfektrestaurierung im Restaurante am Fluss geschafft.
So macht das Leben Spass.
eingesandt von Neto
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