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Brasilien, warum?
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Unter Brasilien finden Sie noch weitere Texte und Infos zu Stadt, Menschen und Tiere, Brasilianische Küche - und natürlich der Samba ;)

Nicht nur die Sprache Brasiliens ist was ganz besonderes, auch die Brasilianische Küche ist unglaublich schmackhaft. Schauen Sie sich die Vielfalt der Speisen und Getränke mal an.


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» Brasilien, warum?

schon in der 4. klasse der grundschule wurde mir von tropischen insekten etc. berichtet, wie z.b. der zz-fliege, und somit stand für mich als kind schon fest das ich also nie in die tropen reisen werde, um nicht opfer eines solchen stiches, von eben besagter fliege, zu werden. wollte doch nicht mein leben verpennen. (punkt und aus) !!!

bis an jenen abend, ich war gerade 24 jahre alt (1984), als ich in der hamburger s-bahn saß, und vom hamburger hauptbahnhof nach hamburg-harburg, nach hause fuhr, machte mein bis dahin recht junges junggesellendasein, eine recht stark spürbare und ungewollte wendung...

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ich saß mehr oder weniger gelangweilt am fenster, als der zug wieder hielt um weitere fahrgäste in seine abteile zu lassen, als plötzlich ein hübsches, junges, dunkelhäutiges und schüchternes etwas, hereinkam und an der tür stellung bezog um ihren heimweg anzutreten.

ihre augen fielen sofort auf mich, und ich konnte meinen blick nicht mehr rechtzeitig abwenden da diese, wie zwei kletten, bereits an ihr klebten . sie wendete sich auch nicht ab sondern schaute mich verlegen an, und wenn ich mich noch recht entsinne, konnte ich sogar ein kleines verschmitztes lächeln in ihrem ausdruck wahrnehmen.

toll, dachte ich bei mir, doch was ich fühlte, war so viel mehr, mit worten mir unerklärlich, außer vieleicht mit viel poesie. war ich verliebt ?

in hamburg-harburg angekommen, stiegen wir aus, und unsere begegnung verlor sich in der hektik der aussteigenden menschen- massen.
ich fühlte mich, wie in einer schleuder gefangen die nicht aufhören wollte zu rotieren... !

bis nach haus, hatte ich noch einen bus zu nehmen, auf welchen ich aber noch etwa ca. eine halbe stunde warten mußte. die zeit vetrieb ich mir, mit diesem wunderschönen gefühl in mir, das sich in mir aus- breitete wie ein steppenfeuer, wenn nicht noch schneller.

da wußte ich ganz sicher: "mensch michi, du bist verknallt" !

als mich der heranfahrende bus aus dieser liebesohnmacht befreite, der mich nun nach hause bringen sollte, stieg ich ein und setzte mich wieder ans fenster. doch dieses mal weniger galangweilt als eher suchend aus dem fenster blickend und mich fragend: "ob ich sie je wiedersehen werde" ?

der buss fuhr los und ich hatte mich auch schon langsam mit dem gedanken abfinden können, das ich sie wohl nie wieder treffen würde.

als plötzlich, beim 1. stop des busses, selbiges mädchen in den bus stieg. ich glaubte mich vom zufall ein wenig verarscht, und traute meinen augen nicht. da war sie wieder, meine: "liebe" auf den so berühmten:

"ersten blick" !

sie war wohl, um der wartezeit zu entgehen, eine station vorgegangen.

mein herz schlug so hoch, das mir der atem im halse stockte vor lauter aufregung.
nach dem 5. busstop mußte sie aussteigen, ich dagegen hatte noch einen station weiter zufahren, als mich dieses unbehagliche gefühl wieder durchfuhr, ich könnte sie wieder aus den augen verlieren.

beim ihrem verlassen des busses grinzte sie mich von draussen durch die staubigen bussfenster an, und ich wollte noch aussteigen als der bus schon wieder losfuhr. an der nächsten, meiner haltestelle angekommen, rannte ich wie besessen diese eine haltestelle wieder zurück. in der hoffnung sie nun mannesmutig ansprechen zu können.
und siehe da, sie hatte doch glatt auf mich gewartet, als hätte ihr jemand ins ohr geflüstert: "warte engel, er kommt" !

(ja, und ab hier begann, eine weitere, schon so oft dokumentierte und manch vergleichbare: "deutsch-brasilianische" geschichte. die für einige unter uns sogar zum alptraum wurde).

ja, und nun standen wir uns lächelnd gegenüber und mir fehlten auch die worte um sie gebührend anzusprechen, die sie aber wohl auch garnicht

verstanden hätte, sie konnte nämlich kein deutsch, es gelang ihr aber mir verständlich zu machen das sie aus brasilien bzw. rio de janeiro sei. wir haben uns also mit den obligatorischen: "händen und füßen" zu verständigen versucht.

wobei ich das erste mal spürte, das liebe ein sprache für sich ist, wenn sie von beiden verstanden wird, und das die selbe keine grenzen kennt selbst eine bereits erwähnte fliege könnte dieser liebe nichts antun !

...wir haben uns für den nächsten tag verabredet, wie uns diese verab- redung seinerzeit gelungen ist, ist mir bis heute schleierhaft. naja, und ab hier haben wir uns täglich gesehen, und lernten uns, wenn auch recht langsam, näher kennen. ich war von der mentalität sowie kultur dieser mir bis dahin fremden welt, sehr fasziniert.

sie hatte ein deutsch portugiesisches wörterbuch, das uns half erste sprachliche hürden zu überwinden, das allerdings auch manchmal zu argen missverständnissen führte.

nach einer gewissen zeit der zweisamkeit, offenbarte sie mir, wenn auch sehr schüchtern, das sie sich in deutschland schon seit knapp einem jahr illegalerweise aufhält. und sie angst vor der polizei hätte, besonders in der nähe des hauptbahnhofes, wo besonders viel kontolliert wurde.

naja, das unvermeidliche geschah, sie wurde kontrolliert und nach feststellung ihrer aufenthaltsberechtigung als illegale entsprechend verhaftet. und das vor meinen augen !!!

für mich brach eine welt zusammen, und zum erstenmal spürte ich einen grundtiefen hass gegen mein eigenes vaterland.

sie kam für drei tage in die untersuchungshaft in hamburg, wobei es mir gelang, über den bearbeitenden beamten seinerzeit, eine besuchserlaubnis für mich zu bekommen. aber dieser besuch, war eigendlich keiner, sondern eher eine tragödie. wir waren auch nicht in der lage etwas vernüftiges an worten über unsere lippen kommen zu lassen, sondern saßen uns gegenüber und weinten beide nur wie kleine kinder. schluchzend haben wir uns nochmal das gegeben was wir von- einander brauchten: "LIEBE" !

nach besagten drei tagen wurde sie dann nach brasilien, rio de janeiro ausgewiesen. und für mich und wohl auch für sie ging eine kurze wenn auch sehr intensive romanze zu ende. klingt fast schon wie: "romeo und julia" !

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so, und hier komme ich zum eigendlichen schwerpunkt dieses themas:

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mein 1. Flug nach brasilien (in die tropen, in die ich nie wollte) !

seinerzeit, das sollte ich noch erwähnen, machte ich meine schneiderlehre, im rahmen einer beruflichen rückführung in die freie wirtschaft für ausscheidende marinesoldaten zu ende, und war im letzten ausbildungsjahr.

ich wollte sie nun nicht mehr verlieren, meine große liebe auf den ersten blick.

die telefonrechnung meiner mutter stieg gewaltig in die höhe, aber muttern, hatte da ein einsehen auch wenn sie meine telefonitis so manchesmal zügeln mußte.

es begab sich, das in einem, seinerzeit recht bekannten hamburger cabaret "REGINA", ein beleuchter und representator gesucht wurde.

durch den bühnenmeister dieses cabaret´s, der ebenfalls mit einer brasilianerin verheiratet war, bekam ich diesen job.

schlips und kragen, microphon und beleuchtungsanlage waren nun zum erstenmal mein arbeitswerkzeug. aber das ist eine andere tragödie bzw. geschichte gewesen !

am tage also machte ich meine ausbildung zu ende, und in der nacht presentierte ich künstler sowie stripperinnen vom höchsten niveau, (wenn man denn von niveau sprechen kann) !

jeden pfennig den ich verdiente, nach jedem wochenende, brachte ich zur ticketverkäuferin vom deutsch-südamerikanischen kulturkreis in hamburg 6 wochen lang. natürlich hatte mutti auch noch was von ihrem kleinen kindergartengehalt dazugeben können. (danke nochmal mutter´n) !

bis es dann endlich soweit war, der große tag, die langersähnte reise nach brasilien war da, und nichts aber auch rein garnichts hätte mich nun noch aufhalten können, muttern und ihre nachbarin brachten mich zum flughafen in hamburg, ich verabschiedete mich von meiner mutter sowie von meiner welt in der ich als deutscher hineingeboren wurde.

ich wußte damals schon, das es ein abschied für immer sein wird. nicht wirklich der meiner mutter als eher der meines/unseres vaterlandes deutschland, auch wenn ich wiederkam, mit ihr !

ja, so ist "chechel" alias michael muniz nach brasilien gekommen, und deshalb meine ich das es ein wink des schicksals ist oder war heute hier zu leben, 3 nicht eigene jungs großgezogen zu haben, und arme leute zu unterstützen wo ich kann und muß und immer werde !

und deshalb wiederhole ich nochmal meinen so umstrittenen satz:

"man muss einfach dazu geboren sein, um in brasilien zu leben" !

geduld haben, verzichten/teilen können und auf andere zugehen.

aber das können sicher meine leidensgenossen bestätigen. es ist also keine arroganz wie schon so oft behauptet sondern ein tief sitzendes gefühl.

danke für deine aufmerksamkeit lieber forums-leser

allen viel glück und alle liebe dieser erde !

michael muniz
alias: chechel

eingesandt von michael muniz (chechel)

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