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Die Wirtschaftsstruktur der Türkei
Die türkische Wirtschaft konnte in den letzten Jahren ein durchschnittliches Wachstum von etwa 7% erreichen. Ohne Berücksichtigung der enormen Summen, die in der Schattenwirtschaft umgesetzt werden, erreicht das Bruttoinlandsprodukt aber lediglich knapp ein Drittel des EU-Durchschnitts und in Teilen des Landes sogar nur 7%.
11,9% der Gesamtwirtschaftsleistung werden in der Landwirtschaft umgesetzt. 30,6% der türkischen Erwerbstätigen sind in diesem Sektor tätig und bewirtschaften etwa 33% der Landesfläche der Türkei. Die hohe Beschäftigtenzahl in diesem Sektor weist auf eine geringe Rationalisierungsstufe in der Landwirtschaft hin in Deutschland wirtschaften lediglich 2 3% der Erwerbstätigen im Agrarbereich.
Vorwiegend werden Oliven, Tabak, Wein und Baumwolle angebaut.
Die Türkei ist der sechstgrößte Baumwollhersteller der Welt. Damit erhält die Textilindustrie ihren wichtigsten Rohstoff aus dem eigenen Land. Im Jahr 2004 konnten Textilwaren im Wert von 20 Mrd. US-Dollar exportiert werden der größte Faktor im türkischen Exportvolumen. Weitere wichtige Industriezweige finden sich in der Automobilherstellung und im Elektronikbereich. 2004 wurden 824.000 Autos in der Türkei hergestellt, von denen nahezu 2/3 exportiert wurden. Ein weiterer Exportschlager sind Fernsehgeräte: Allein in der EU besitzt 1/3 der Haushalte einen Fernseher, der in der Türkei produziert wurde. Dieser exportstarke sekundäre Sektor beschäftigt 19,3% der Erwerbstätigen und hat einen Anteil von 29,6% am BIP.
Der Dienstleistungssektor ist der stärkste Bereich der türkischen Wirtschaft. Nahezu 45% aller Berufstätigen arbeiten als Dienstleister und erwirtschaften dadurch 58,5% des Bruttoinlandsproduktes. Die wichtigste Einnahmequelle für den tertiären Sektor ist der Tourismus. 2005 besuchten mehr als 20,5 Millionen Menschen das Land, das zur Hälfte zu Asien und zur Hälfte zu Europa gehört. 1/5 der Besucher kam aus Deutschland. Die beliebtesten Urlaubsziele liegen am Meer: die Türkische Riviera und die Agais. Insgesamt konnten durch den Tourismus im Jahr 2005 etwa 18 Milliarden Euro erwirtschaftet werden, was in etwa dem Exporterlös aus der Textilindustrie entspricht.
Die Hyperinflation, die in den 1990ern teilweise 150% Preisauftrieb bewirkte, konnte Anfang des Jahrtausends gebändigt werden. Im Jahr 2005 wurde durch eine Währungsunion schließlich auch die entwertete Lira abgeschafft und durch die Neue Türkische Lira ersetzt.
In den kommenden Jahren wird die Türkei durch ihr stetiges Wachstum weiter zu den EU-Staaten aufschließen können. Allerdings sieht sie sich wachsender Konkurrenz aus dem asiatischen Raum ausgesetzt und setzt auch deshalb vermehrt auf Qualität anstatt auf Quantität besonders in der Textilindustrie.
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